|
Zuschnitt
Da liegt er nun der Stoff aus dem der Drachen entstehen soll.
Zum Schneiden habe ich einen ganz gewöhnlichen Lötkolben, 30 Watt mit Spitze. Mit dem geht das Schneiden ruck-zuck. Eine Aluschiene zur Führung hane ich auch noch in meinem Keller gefunden. Also nix wie los. Ich lege die blau Stoffbahn auf meinen Tisch und denke mir, dass ich nur die benötigte Breite von 147 cm abmessen muss, dann die Hohe von 50 cm plus 2 cm für die Nahtzulage bzw. zum Säumen. Aber was ist das?
Der Stoff hat ja gar keine gerade Kante über die Breite. Mist, das hatte ich so nicht erwartet. Also muss ich erst einmal die Bahn gerade schneiden. Für die Zukunft weiß ich nun, dass ich immer einige Zentimeter Aufschlag mit bestellen muss, damit ich auch eine wirklich gerade, rechtwinklige Bahn schneiden kann. Für meinen Drachen habe ich sowieso ausreichend Stoff beordert, da ich mit Verschnitt gerechnet habe. Außerdem will ich ja auch einen Köcher nähen.
Also ich lege den Stoff so, dass die beiden Kanten rechts und links parallel liegen und messe mir einige Zentimeter am unteren Rand ab. Die Aluschiene leistet gute Dienste, der Schnitt wird sauber durchgeführt. Jetzt kann ich die 52 cm Höhe abmessen, anzeichnen, die Aluschiene anlegen und schwupps ist die blaue Bahn fertig geschnitten.
Jetzt geht es an die gelbe Stoffbahn. Gleicher Effekt, erst mal gerade schneiden, dann werden die vier benötigten Bahnen mit 142,5 cm Breite und 52 cm Höhe geschnitten.
Warum dieses Maß von 142,5 cm? Nun jeder dieser vier Bahnen wird zu einem gleichschenkeligen Dreieck mit einer Kantenlänge von 45 cm zusammengenäht. In jeder Ecke muss ein Stab geführt werden. Und dafür benötigt man Stabtaschen. Der Umfang eines 6 mm Stabs beträgt grob 20 mm. Mit etwas Reserve habe ich somit 3 x 2,5 cm zu den 3 x 45 cm hinzugerechnet.
Und zuletzt die "komplizierte" Bahn aus dem roten Stoff. Diese muss genau ausgemessen und geschnitten werden, da sie nicht rechteckig sondern dreieckig ist. Die erste Bahn ist auch kein Problem. Ausmessen, Schiene anhalten, schneiden fertig. Dann will ich es mir einfach machen, ich lege die gerade geschnittene Bahn auf den Reststoff, klebe ihn mit Tesa fest und fahre mit einem Bleistift die Umrisse nach. Schneiden und wundern, es stimmt nicht ganz überein. So ein Mist. Wieder was dazugelernt, entweder zuvor eine Schablone erstellen oder jede Bahn exakt vermessen. Da die Abweichungen nicht dramatisch sind, korrigiere ich das. Es wird sich wohl nur unwesentlich auf das Flugverhalten auswirken.
So, nun sind alle benötigten Paneele ausgeschnitten. Jetzt muss ich mich erst einmal mit der Nähtechnik auseinandersetzen. Ich habe noch nie an einer Nähmaschine gesessen. Zum Üben habe ich einen alten Drachen auseinandergenommen. Damit werde ich erstens die Qualität der Nähmaschine meiner Frau testen und zweitens die Eigenschaften der verschiedenen Nähte erfahren. Bis das soweit ist, vergeht bestimmt eine gewisse Zeit.
|